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Agen­da

Vorsorge ist besser als heilen

Die Digitalisierung birgt neben großen Chancen auch Risiken, wenn es um IT-Sicherheit geht. Unternehmen sollten entsprechende Präventionsmaßnahmen ergreifen.
Victor von Seyfried Victor von Seyfried Ausgabe 03/2019

Den Wirtschaftsstandort Berlin qualitativ weiterentwickeln – das ist das Ziel des Kompetenzteams Mittelstand, einer Initiative des Ehrenamts der IHK Berlin. Foto: Fang Xia Nuo
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • IT-Sicherheit gewinnt rasend schnell an Relevanz – wird aber noch oft unterschätzt.
  • Präventionsmaßnahmen beugen hohen Kosten vor, die durch Sicherheitslücken drohen.

Jeder Mit­tel­ständ­ler kennt das: Die Erle­di­gung vie­ler im Ver­gleich beson­ders wich­ti­ger Auf­ga­ben kon­zen­triert sich im Tages­ge­schäft auf eine eher über­schau­ba­re bis klei­ne Anzahl von Ver­ant­wort­li­chen im Unter­neh­men. Die­se müs­sen sich um die rechts­si­che­re, wirt­schaft­li­che und kun­den­freund­li­che Betreu­ung der per­ma­nent anste­hen­den Auf­ga­ben küm­mern.

Dabei stel­len neue Risi­ken im Betriebs­ab­lauf eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung dar. Frü­her waren es meist The­men wie Hava­rie und Feu­ers­brüns­te, spä­ter Lie­fer­be­schrän­kun­gen und poli­ti­sche Risi­ken, die die Unter­neh­men an den Rand ihrer Exis­tenz brach­ten und manch­mal auch noch einen Schritt wei­ter. Heu­te kom­men die Bedro­hun­gen zuneh­mend unsicht­bar in das Unter­neh­men hin­ein.

Trotz oder gera­de wegen der Fül­le an Chan­cen, die die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet, heißt es: Augen auf im Daten­ver­kehr. Das erfor­dert neue Denk- und Hand­lungs­wei­sen sowie ver­än­der­te Struk­tu­ren und Abläu­fe, die in vie­len Unter­neh­men erst noch ent­wi­ckelt wer­den müs­sen. Erst recht in den uner­gründ­li­chen Tie­fen des welt­wei­ten Net­zes ste­cken die Gefah­ren­po­ten­zia­le, die es zu erken­nen und zu beherr­schen gilt.

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Neue Regeln aus Gesetz­ge­bung und Recht­spre­chung sind dabei nicht immer der Weis­heit letz­ter Schluss. Ers­te Hil­fe bie­ten mitt­ler­wei­le auch Ver­si­che­rungs­lö­sun­gen. Cle­ve­rer ist es aber sicher­lich, die Vor­sor­ge tak­tisch so anzu­ge­hen, dass Scha­den von vorn­her­ein ver­mie­den wird. Das geziel­te Ein­drin­gen Unbe­fug­ter in die inter­nen IT-Struk­tu­ren eines Unter­neh­mens ist der schlimms­te anzu­neh­men­de Fall – sowohl für das Unter­neh­men selbst als auch für in Lie­fer- und Kun­den­be­zie­hun­gen ver­bun­de­ne Unter­neh­men.

Das Straf- und Ord­nungs­wid­rig­kei­ten-Recht sieht für den Fall der Fäl­le mas­si­ve Pflich­ten und Bußen vor. Wie immer liegt eine mög­li­che Hil­fe vom Gesetz­ge­ber in wei­ter Fer­ne, weil die­ser stets von der Auto­no­mie des Unter­neh­mers aus­geht, der sich selbst zu schüt­zen weiß. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob er Wirt­schafts­gi­gant ist oder klei­ner Akteur, es liegt allein in sei­nem Ver­ant­wor­tungs­be­reich, sol­chen kri­mi­nel­len Hand­lun­gen Drit­ter gegen sein Unter­neh­men einen Rie­gel vor­zu­schie­ben. Geht es dann schief, steht er in vol­ler Ver­ant­wor­tung vor Gericht, das nicht sel­ten mit aller Stren­ge zuschlägt.

Nicht jedem ist es ver­gönnt, sich hin­ter dem Ver­sa­gen von Ämtern und Exper­ten ver­ber­gen zu kön­nen, wie man­che Erfah­run­gen bei Pro­mi­nen­ten aus der ers­ten Rei­he zeig­ten. Wich­tig ist es daher, schon zu Beginn einer sol­chen Atta­cke pro­fes­sio­nel­le Hel­fer hin­zu­zu­zie­hen, denn nicht nur die tech­ni­sche Beherr­schung ist Pflicht, son­dern auch die Infor­ma­ti­on aller Betrof­fe­nen und der Öffent­lich­keit. Die Kon­takt­da­ten der dafür infra­ge kom­men­den Ansprech­part­ner soll­ten im Unter­neh­men jeder­zeit griff­be­reit vor­lie­gen, damit die Ver­ant­wort­li­chen im Unter­neh­men schnells­tens agie­ren kön­nen, wenn der Gau ein­tritt.

Vic­tor von Sey­fried ist Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler und Mit­glied des Kom­pe­tenz­teams Mit­tel­stand der IHK Ber­lin.

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