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Gemeinsam in die Zukunft

Wachsende Städte, digitale Umbrüche, eine alternde Gesellschaft: Lösungen für diese Herausforderungen zu initiieren, war Ziel der Delegationsreise von Berliner Wirtschaftsvertretern in die japanische Metropole.
von Claudia Engfeld, Sami Bettaieb Ausgabe 06/2019

Reizüberflutend: Tokio ist immer in Bewegung und steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Berlin
Reizüberflutend: Tokio ist immer in Bewegung und steht vor ähnlichen Herausforderungen wie Berlin. Foto: iStockphoto/SeanPavonePhoto
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Berlin-Tokio wurde die Reise organisiert.
  • Obwohl am anderen Ende der Welt, decken sich viele japanische Herausforderungen mit unseren.

Zehn Mil­lio­nen Ein­woh­ner, stän­dig in Licht und Bewe­gung, Stra­ßen und Bah­nen vol­ler Men­schen, Hei­mat von Welt­kon­zer­nen und Robo­ter­re­stau­rants – Tokio ist eine über­wäl­ti­gen­de, nahe­zu reiz­über­flu­ten­de Metro­po­le, wie auch die 34 Ver­tre­ter der IHK-Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on fest­stell­ten, die Ende Mai mit Ber­lins Regie­ren­dem Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler in die Haupt­stadt Japans reis­ten.

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Wis­sens­trans­fer zwi­schen Ber­lin und Tokio

Anlass des Besuchs war das 25-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Städ­te­part­ner­schaft Ber­lin-Tokio. Im Mit­tel­punkt des vier­tä­gi­gen Pro­gramms stand unter dem Leit­mot­to „gemein­sa­me Her­aus­for­de­run­gen, geteil­te Lösun­gen“ der Aus­tausch zu wach­sen­den Städ­ten, digi­ta­len Umbrü­chen und der altern­den Gesell­schaft. IHK-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Jan Eder fass­te die Reis­emis­si­on zusam­men: „Tokio und Ber­lin ste­hen vor ähn­li­chen Her­aus­for­de­run­gen. Das heißt, hier wie dort arbei­ten die Unter­neh­men an Lösun­gen für Fra­gen der Infra­struk­tur, an neu­en Mobi­li­täts­kon­zep­ten oder Ide­en für den Umgang mit dem demo­gra­fi­schen Wan­del. Unser Ziel ist es, den Metro­po­len­dia­log und damit den Wis­sens­trans­fer zwi­schen den bei­den Haupt­städ­ten nach­hal­tig zu för­dern.“

Wir sind schon seit eini­gen Jah­ren in Japan aktiv und wol­len das Geschäft im Bereich Druck­sen­so­rik und Pho­to­nik wei­ter aus­bau­en.
Claus Bier­noth, First Sen­sor AG

Zum Auf­takt eröff­ne­ten Micha­el Mül­ler und sei­ne Tokio­ter Amts­kol­le­gin Yuri­ko Koi­ke das Ber­lin-Tokio-Wirt­schafts­fo­rum, bei dem die Ber­li­ner Wirt­schafts­ver­tre­ter sich poten­zi­el­len japa­ni­schen Geschäfts­part­nern vor­stel­len konn­ten. Die Alba Group unter­zeich­ne­te einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag mit dem japa­ni­schen Unter­neh­men Seiu über die Errich­tung einer Recy­cling-Anla­ge in Tokio. Mit dabei war auch der Geschäfts­füh­rer der Lisch­ka GmbH, Leon­hard Lisch­ka. Sein Medi­zin­tech­nik-Unter­neh­men hat sich auf Pro­duk­te zur Rei­ni­gung medi­zi­ni­scher Instru­men­te spe­zia­li­siert. Die Rei­se soll­te den Weg in den japa­ni­schen Markt ebnen. „Unser Ansatz im inter­na­tio­na­len Geschäft ist es, in dem jewei­li­gen Land mit einem Part­ner für den Ver­trieb und Ser­vice unse­rer Pro­duk­te zusam­men­zu­ar­bei­ten. Wir sind der­zeit auf der Suche nach einem Part­ner in und für Japan und den asia­ti­schen Raum und hof­fen, dass wir über die Kanä­le der IHK und der Außen­han­dels­kam­mer einen poten­zi­el­len Part­ner fin­den“, so Lisch­ka. Auch für die First Sen­sor AG, einen der welt­weit wich­tigs­ten Anbie­ter von Sen­sor­tech­nik, sei­en die The­men­schwer­punk­te der Dele­ga­ti­ons­rei­se rele­vant, wie Claus Bier­noth, Vice Pre­si­dent Sales & Mar­ke­ting, sagt: „Wir sind schon seit eini­gen Jah­ren in Japan aktiv und wol­len das Geschäft im Bereich Druck­sen­so­rik und Pho­to­nik wei­ter aus­bau­en. Wir nut­zen die­se Platt­form, um über die IHK Kun­den anzu­spre­chen.“

Zu Gast beim Vor­stand von Mitsu­bi­shi Elec­tric

Auf das Wirt­schafts­fo­rum folg­ten zwei Grup­pen­ter­mi­ne bei den japa­ni­schen Spit­zen­kon­zer­nen DMG Mori und Mitsu­bi­shi Elec­tric. Der Vor­stand von Mitsu­bi­shi Elec­tric prä­sen­tier­te u. a. Lösun­gen für das japa­ni­sche Society-5.0-Konzept, das den digi­ta­len Wan­del der gesam­ten Gesell­schaft in den Blick nimmt. Micha­el Mül­ler und die Wirt­schafts­ver­tre­ter stell­ten die Stär­ken der Ber­li­ner Wirt­schaft vor und boten Mitsu­bi­shi Elec­tric Koope­ra­tio­nen in For­schung und Ent­wick­lung, Indus­trie und Mobi­li­tät an. Anschlie­ßend konn­te die Ber­li­ner Dele­ga­ti­on auf Ein­la­dung von Aus­lands­han­dels­kam­mer (AHK) und IHK wei­te­re Kon­tak­te zu loka­len Unter­neh­mern knüp­fen.

Micha­el Mül­lers Appell für mehr Koope­ra­ti­on

Die fol­gen­den zwei Rei­se­ta­ge boten wei­te­re ver­tie­fen­de Gesprä­che bei Geschäfts­ter­mi­nen und Vor-Ort-Besich­ti­gun­gen in und rund um Tokio. Bei den Grup­pen­ter­mi­nen zu Ener­gie, Mobi­li­tät, Stadt­ent­wick­lung und Digi­tal­wirt­schaft besuch­te die Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on bei­spiels­wei­se Yama­ha Motor, die Tokio­ter Ver­kehrs­be­hör­de, Start-up-Akze­le­ra­to­ren sowie die auf Was­ser­stoff­ba­sis betrie­be­ne Kawa­sa­ki City. Den Abschluss bil­de­ten der Ber­li­ner Abend­emp­fang in der Resi­denz des deut­schen Bot­schaf­ters – und ein Appell von Micha­el Mül­ler: „Wir kön­nen Metro­po­len wie Tokio oder Ber­lin ange­sichts der mas­si­ven Ver­än­de­run­gen nur gemein­sam durch Koope­ra­ti­on und Von­ein­an­der-Ler­nen in eine gute Zukunft füh­ren.“ Die Ber­li­ner Wirt­schafts­rei­se nach Tokio war ein guter wei­te­rer Schritt in die­se Rich­tung.

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