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In neue Dimensionen vorstoßen

Interaktion zwischen unterschiedlichen Bereichen, modernes Innovationsmanagement, coole Atmosphäre, überschaubare Kosten: Coworking-Spaces sind eine echte Alternative.
Philipp Zettel ist Mitglied des Kompetenzteams Mittelstand der IHK Berlin und Prokurist der Neue Werte GmbH Philipp Zettel Ausgabe 04/2019

Den Wirtschaftsstandort Berlin qualitativ weiterentwickeln – das ist das Ziel des Kompetenzteams Mittelstand, einer Initiative des Ehrenamts der IHK Berlin. Foto: Fang Xia Nuo
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Gerade in Berlin sind Coworking-Spaces eine enorme Chance für Unternehmen.
  • Es gilt, gute Mitarbeiter nach dem Finden auch zu binden.

Wer in Ber­lin in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf der Suche nach Büro­räu­men war, hat wahr­schein­lich ähn­li­che Erfah­run­gen gemacht wie jeder Woh­nungs­su­chen­de: weni­ge Ange­bo­te und teu­er. Oft kann auch nicht von bezugs­fer­tig die Rede sein, weil noch Reno­vie­run­gen in  Eigen­leis­tung erfor­der­lich sind. Nicht sel­ten stößt man bei der Suche nach geeig­ne­ten Büro­räu­men auf Cowor­king- oder Cor­por­wor­king-Lösun­gen. Immer wie­der liest man auch über „inno­va­ti­ve Workspaces“ oder „Inno­va­ti­on Hubs“ von Kon­zer­nen. Ver­läss­li­che Zah­len gibt es dazu noch nicht, aber das Bran­chen­por­tal Deskmag schätzt welt­weit 7.500 Cowor­king-Spaces, davon 200 in Deutsch­land.

Inwie­weit ist die­se zumin­dest in Deutsch­land rela­tiv jun­ge Form des Gewer­be­raums für den Mit­tel­stand inter­es­sant? Fakt ist: Als mit­tel­stän­di­sche Betrie­be kön­nen wir nur über­le­ben, wenn wir inno­va­ti­ve Pro­duk­te erzeu­gen und neue Ver­triebs­we­ge erschlie­ßen. Die Vor­aus­set­zun­gen, die inno­va­ti­ve Unter­neh­men erfül­len müs­sen, um den oft digi­ta­li­sie­rungs­be­ding­ten Umbrü­chen in der Wirt­schaft stand­zu­hal­ten, ändern sich zwin­gend. Es braucht gut aus­ge­bil­de­te und top­mo­ti­vier­te Mit­ar­bei­ter. Die müs­sen wir nicht nur fin­den – was schon Her­aus­for­de­rung genug ist –, son­dern auch hal­ten.

Zah­len auf Lohn­zet­teln rei­chen da heu­te nicht mehr. Einen wich­ti­gen Bau­stein lie­fert das Arbeits­um­feld, das unter ande­rem durch die Arbeits­räu­me geprägt wird. Mit­ar­bei­ter sol­len sich dort wohl­füh­len und auf den pas­sen­den Nähr­bo­den für Inno­va­ti­on und Krea­ti­vi­tät tref­fen. Der aktu­el­le Bericht der KfW-Bank zu Paten­ten in Deutsch­land schreibt uns Mit­tel­ständ­lern immer wie­der ins Stamm­buch: nicht aus­ru­hen, anpa­cken und für Inno­va­tio­nen sor­gen.

Gera­de hier in Ber­lin, wo vie­le inter­es­san­te unter­schied­li­che Men­schen auf­ein­an­der­tref­fen und Cowor­king immer öfter gelebt wird, sind neue Büro­ide­en – und sei es nur auf Zeit – mehr als eine Chan­ce! Und nicht nur die Kos­ten kön­nen geteilt wer­den. Viel­mehr kön­nen hier krea­ti­ve Arbeits-, Denk- und Ver­weil­räu­me geschaf­fen wer­den, die eine Inter­ak­ti­on von unter­schied­li­chen klu­gen Köp­fen aus inter­dis­zi­pli­nä­ren Fach­ge­bie­ten und Natio­nen ermög­li­chen – mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men tref­fen auf Start-ups, auf Wis­sen­schaft, auf Groß­kon­zer­ne.

Mit­tel­ständ­ler müs­sen die­se Chan­ce nut­zen und ihre oft über Jah­re oder Jahr­zehn­te eta­blier­ten Struk­tu­ren in neue Bah­nen len­ken, damit der Erfolg in Zukunft nicht auf der Stre­cke bleibt. Ein inter­es­san­tes Bei­spiel lie­fert Frei­burg: Hier wird ein kom­plet­tes neu­es Wohnare­al ent­wi­ckelt, inkl. Cowor­king-Space.

Wich­tig dabei ist der bun­te Mix von Start-ups, öffent­li­cher Ver­wal­tung, Kon­zer­nen, Free­lan­cern und Ban­ken. Der Cowor­king-Space bie­tet Raum für Inter­ak­ti­on zwi­schen ver­schie­de­nen Berei­chen, moder­nes Inno­va­ti­ons­ma­nage­ment, coo­le Atmo­sphä­re, über­schau­ba­re Kos­ten. Auch Ska­lie­rung von neu­en Geschäfts­ide­en und -model­len ist dann kein The­ma mehr.

Ein­deu­ti­ges Prin­zip: Man befruch­tet sich gegen­sei­tig, und trotz­dem kann jeder sei­nen eige­nen Arbeits­be­reich fin­den. Es ist zu hof­fen, dass auch der Senat die Zei­chen der Zeit erkennt und dem Mit­tel­stand nicht das Was­ser abgräbt, indem der Raum für Cowor­king der Woh­nungs­pro­ble­ma­tik in der Stadt wei­chen muss 

Phil­ipp Zet­tel ist Mit­glied des  Kom­pe­tenz­teams Mit­tel­stand der IHK Ber­lin und  Pro­ku­rist der Neue Wer­te GmbH.

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