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CityLAB Berlin als Motor für die Modernisierung der Verwaltung?

Das CityLAB soll als Experimentier- und Erfahrungsraum für Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft Verwaltungsstrukturen modernisieren helfen – jetzt kommt es darauf an, dass auch alle an diesem Strang ziehen.
Sebastian Stietzel, Vorsitzender des Kompetenzteams Mittelstand der IHK Berlin und Mitglied des Vorstands der Lumaland AG Sebastian Stietzel Ausgabe 02/2020

Den Wirtschaftsstandort Berlin qualitativ weiterentwickeln – das ist das Ziel des Kompetenzteams Mittelstand, einer Initiative des Ehrenamts der IHK Berlin. Foto: Fang Xia Nuo
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Das CityLAB trägt Wissen und Best Practices in die Breite und vernetzt innovationsfreudige Akteure
  • Um das zu erreichen, muss die Bekanntheit steigen

Gut ein hal­bes Jahr nach dem Start hat das City­LAB mit vie­len Akti­vi­tä­ten sei­nen Platz im Ber­li­ner Öko­sys­tem erkämpft, aber kann es nun auch die Zie­le der Grün­der­vä­ter errei­chen? Ber­lin hat sich bei der Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung ehr­gei­zi­ge Zie­le gesetzt. Die Digi­ta­li­sie­rung ist dafür ein zen­tra­ler Hebel. Sie bie­tet die Chan­ce, einen ech­ten Dienst­leis­ter auf Basis effi­zi­en­ter Struk­tu­ren zu ent­wi­ckeln. Die Poli­tik hat dem City­LAB im „Zukunfts­pakt Ver­wal­tung“ (Pro­jekt­steck­brief Nr. 1) dabei eine zen­tra­le Rol­le zuge­spro­chen. Sei­ne Ziel­stel­lung: Das City­LAB ist ein Expe­ri­men­tier- und Erfah­rungs­raum, in dem Zivil­ge­sell­schaft, Wirt­schaft, Ver­wal­tung und Wis­sen­schaft zusam­men­kom­men. Es trägt Wis­sen und Best Prac­tices in die Brei­te, ver­netzt inno­va­ti­ons­freu­di­ge Akteu­re und schafft attrak­ti­ve For­ma­te für den Aus­tausch.

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Trans­pa­renz hat hier beson­de­re Rele­vanz, denn nur Offen­heit der Ver­wal­tung auch in Bezug auf schwie­ri­ge Pro­blem­la­gen ermög­licht es der Wirt­schaft, pass­ge­naue Lösungs­an­ge­bo­te ein­zu­brin­gen. Damit das City­LAB erfolg­reich agie­ren kann, braucht es unter­stüt­zen­de Rah­men­be­din­gun­gen. So müs­sen auch in der Ver­wal­tung selbst die not­wen­di­gen Struk­tu­ren geschaf­fen wer­den, um Pro­jek­te aus dem City­LAB her­aus als Pilot fort­zu­füh­ren und bei Eig­nung dau­er­haft zu imple­men­tie­ren. Die­ser Pro­zess braucht ver­bind­li­che Ver­ein­ba­run­gen. Eine Mög­lich­keit ist, Pilot­an­wen-
dun­gen in den Ziel­ver­ein­ba­run­gen mit den Res­sorts auf Bezirks- und Lan­des­ebe­ne zu ver­an­kern.

In die­sem Kon­text erfährt auch die Ver­ga­be­pra­xis eine beson­de­re Rol­le: Der Geist des City-LABs, der von Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft in der Ver­wal­tung lebt, wird von qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen, tech­no­lo­gisch sinn­vol­len und zeit­ge­mä­ßen Aus­schrei­bun­gen der öffent­li­chen Auf­trä­ge wei­ter­ge­tra­gen – idea­ler­wei­se durch Exper­ten der aus­schrei­ben­den Fach­be­rei­che. Die­ses Know-how, das noch auf­ge­baut wer­den muss, kann ein Pro­dukt des Drei­klangs von Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und Ver­wal­tung im City­LAB sein.

Nicht zuletzt kann das City­LAB nur funk­tio­nie­ren, wenn es bei den drei genann­ten Ziel­grup­pen + Gesell­schaft einen hohen Bekannt­heits­grad erreicht, die­se aus­ge­wo­gen ein­bin­det und einen guten Ruf genießt. Aus Sicht der Wirt­schaft heißt das, dass Gov­tech-Unter­neh­men im City­LAB ein- und aus­ge­hen müs­sen, sei­ne Auf­ga­ben ken­nen, mit der Ziel­stel­lung ver­traut sind und über attrak­ti­ve For­ma­te ein­ge­bun­den wer­den. Daher möch­te ich Sie auf­ru­fen, die viel­fäl­ti­gen bereits bestehen­den Mög­lich­kei­ten – wie etwa open calls – zu nut­zen. Ich wün­sche mir, dass in einem Jahr an die­ser Stel­le steht: Das City­LAB ist das Schau­fens­ter der Stadt, das von allen Ziel­grup­pen inten­siv für die Par­ti­zi­pa­ti­on an der Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung und der Ent­wick­lung hin zu einer lebens­wer­ten Stadt genutzt wird.

Sebas­ti­an Stiet­zel ist Vor­sit­zen­der des IHK-Kom­pe­­ten­z­­teams Mit­tel­stand und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der The Soci­al Chain AG

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