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Die Krise als Chance für die Digitalisierung

In überraschender Geschwindigkeit sind Unternehmer wie Mitarbeiter ins Homeoffice gewechselt – Wirtschaft und Verwaltung könnten womöglich sogar gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorgehen.
Sebastian Stietzel, Vorsitzender des Kompetenzteams Mittelstand der IHK Berlin und Mitglied des Vorstands der Lumaland AG Sebastian Stietzel Ausgabe 05/2020

Den Wirtschaftsstandort Berlin qualitativ weiterentwickeln – das ist das Ziel des Kompetenzteams Mittelstand, einer Initiative des Ehrenamts der IHK Berlin. Foto: Fang Xia Nuo
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Notgedrungen stellen Unternehmen auf digitales Arbeiten und Homeoffice um.
  • Die ersten Erkenntnisse zeigen, dass die Wirtschaft gut aufgestellt ist.

In die­sen Tagen ist es schwer, der Coro­na-Kri­se etwas Gutes abzu­ge­win­nen. Wenn es aber etwas gibt, dann ist das sicher die Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung. Unter­neh­men, die schon lan­ge ver­schie­dens­te Pro­jek­te in der Schub­la­de hat­ten, ergrei­fen nun über­fäl­li­ge Maß­nah­men. Das ist gut, denn Deutsch­land war in den letz­ten Jah­ren der Digi­ta­li­sie­rung eher hin­ter­her­ge­lau­fen.

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Das erfolg­reichs­te Pro­jekt in die­sem Bereich, das IT-Leu­te nicht wirk­lich als Digi­ta­li­sie­rung, son­dern eher als Fun­da­ment emp­fin­den, ist die umfas­sen­de Rea­li­sie­rung von Home­of­fice-Arbeits­plät­zen. Die meis­ten Unter­neh­mens­len­ker und Mit­ar­bei­ter hät­ten nicht damit gerech­net, wie schnell es mög­lich ist, Arbeits­plät­ze nach Hau­se zu ver­le­gen, die tech­ni­sche Infra­struk­tur dafür zur Ver­fü­gung zu stel­len und Arbeit damit fle­xi­bel zu machen. Den IT-Abtei­lun­gen sei Dank, die in kür­zes­ter Zeit Din­ge mög­lich gemacht haben, die sie selbst natür­lich schon längst umset­zen woll­ten. Selbst der Zugang zum Unter­neh­mens­netz­werk mit kri­ti­schen Daten und Video­kon­fe­renz-Mee­tings sind schnell mög­lich und für die meis­ten Unter­neh­men selbst­ver­ständ­lich gewor­den. 

Der Blick in die Ber­li­ner Ver­wal­tung ist lei­der nicht so applaus­wür­dig. Hier ist zwar auch ein Groß­teil der Beleg­schaft ins Home­of­fice ver­legt, aller­dings ist die Arbeits­ef­fi­zi­enz dadurch mit­nich­ten gestie­gen. Vie­le Mit­ar­bei­ter sind bei vol­len Bezü­gen, aber ohne Zugriff auf rele­van­te Daten im hei­mi­schen Büro. Die Grün­de dafür sind sicher viel­schich­tig. Es besteht aber die gro­ße Hoff­nung, dass auch die Ver­wal­tung die Lage nutzt, um ihre Pro­zes­se zu über­den­ken und nach der Kri­se schnell zumin­dest die Vor­aus­set­zun­gen für Digi­ta­li­sie­rungs­schrit­te zu schaf­fen. 

Dabei gilt es auch die vie­len Impul­se aus der Gesell­schaft zu berück­sich­ti­gen. Nicht zuletzt das vom Land mit­fi­nan­zier­te City­LAB, das ohne­hin einen Bei­trag für die zukunfts­fä­hi­ge Ent­wick­lung der Stadt leis­ten soll, hat mit „Hack the Cri­sis“ eine tol­le Initia­ti­ve gestar­tet, um die vie­len klu­gen Ide­en und krea­ti­ven Ansät­ze aus der Ber­li­ner Gesell­schaft ein­zu­sam­meln und dar­aus den maxi­ma­len Nut­zen aus die­ser Situa­ti­on zu zie­hen. Dabei ist jeder als Ide­en­ent­wick­ler oder Unter­stüt­zer ein­ge­la­den, in die­ser schwie­ri­gen Pha­se sei­nen Bei­trag zu leis­ten. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu fin­det man im Inter­net unter dem Such­be­griff „Hack the Cri­sis“, wobei die Initia­ti­ve hier nur bei­spiel­haft genannt sei für alle Aktio­nen, um die im Lager­kol­ler zu Hau­se frei wer­den­den krea­ti­ven Poten­zia­le sinn­voll ein­zu­brin­gen. 

Wenn wir in allen Berei­chen von Gesell­schaft, Wirt­schaft und Ver­wal­tung die­se Kri­se als Chan­ce nut­zen, wird gera­de das krea­ti­ve Ber­lin gestärkt dar­aus her­vor­ge­hen. 

Sebas­ti­an Stiet­zel ist Vor­sit­zen­der des IHK-Kom­pe­tenz­teams Mit­tel­stand und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der The Soci­al Chain AG 

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